WG: Computerspiele als Verletzung der Genfer Konvention

8. Dezember 2011 Kommentare aus
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Das Problem mit PI

9. Oktober 2011 Kommentare aus

Ich bin so eine Art politisch inkorrekter Hipster. Das soll heißen; Ich hab pi-news.net schon besucht, da war dieser Nexus der “Islamkritik” noch ein Blog auf Myblog.de.
Damals war PI wenig mehr als ein News-Aggregator. Meiner Erinnerung nach haben sie auf die Webseiten kleinerer Zeitungen verlinkt, wenn diese einen Polizeibericht, der von Gewalttaten von “Südländern” oder “Jugendlichen” berichtete abgeschrieben haben. Ein redundantes Anliegen, aber ein legitimes.

Das Problem war damals schon eine meiner Meinung nach falsche Sicht von Ursache und Wirkung. Für PI ist Gewalt durch muslimische Jugendliche ein Anzeichen für radikalen Islam und Deutschfeindlichkeit. Aber was gewalttätige Ausländer mit ihren inländischen Konterparts gemeinsam haben, ist: Sie sind beide Unterschicht. Und Unterschicht begeht Verbrechen. Sie hat nichts zu verlieren, wie die Mittelklasse – oder zumindest, wie die Mittelschicht glaubt, dass sie es hat – aber auch nicht die Ressourcen der Bessergestellten, mit ihren Taten davon zu kommen. Dies ist die primäre Ursache ihrer Bereitschaft, zu stehlen und zu morden, aber auch ihrer Anfälligkeit gegenüber Gewaltpredigern. Im Nahen Osten ist der selbe Effekt zu beobachten. Insurgents und Selbstmordattentäter sind die, die bereits alles verloren haben, die gemäßigten Muslime sind meistens die besser gebildeten, besser situierten Mitglieder ihrer respektiven Gesellschaften. Zumindest ist das mein Eindruck.

Schon damals zeichnete sich ein Problem ab, das PI später noch verfolgen würde – man glaubte, rebellisch zu sein, sich gegen soziale Konventionen und Tabus zu stellen. Zu keinem Zeitpunkt war das korrekt. “Islamkritik” nach PIs Interpretation dessen war niemals salonfähig; Das heißt, man findet sie nicht unter den von den ‘kleinen Leuten’ isolierten Vertretern der Medien und Publizisten, aber sie ist immer populär, wenn nicht gar populistisch. Die meisten Deutschen haben Angst vor kriminellen Ausländern und viele würden sie gerne entfernt sehen. Auf den Wahlzetteln schlägt sich das jedoch nicht nieder, weil es keine Partei im deutschen Parteiensystem gibt, die das vertritt, ohne nicht mit sich ein Bündel von unakzeptablen anderen Ideen mitzubringen. Die NPD zum Beispiel wird nicht gewählt, weil sie die Uhr zurückdrehen und Deutschland international isolieren möchte, politisch und wirtschaftlich. Nordkorea dürfte das Endstadium der Auswirkung von “nationaldemokratischer” Politik darstellen.

Seitdem hat sich PI verändert, und Position zu vielen politischen Themen bezogen. Es beschreibt sich selber als “Proamerikanisch · Proisraelisch · Gegen die Islamisierung Europas · Für Grundgesetz und Menschenrechte”. PI hält die EU für den Versuch eines totalitären Regimes, den Klimawandel für einen Schwindel, die arabische Revolution für Islamisten, Occupy Wall Street für Marxisten, Protestler in PIGS-Staaten für chronische Faulenzer. PI bezieht offen Stellung auf Seiten von Republikanern und Tea Party, betet Ronald Reagan und Glenn Beck an und vertritt quasi-libertäre Positionen. Das Dilemma: Selbst wenn es PI gelingen sollte, sich von dem Vorwurf des Rassismus frei zu machen und ihre Art der “Islamkritik” salonfähig zu machen würde es sich in einem Klima vorfinden, indem das Gros der Bevölkerung sich mit seinen Idealen nicht identifizieren könnte und in allen anderen Belangen immer noch schlicht und ergreifend falsch liegen würde.

Manche von PIs Autoren und Kommentatoren mögen vernünftige Leute sein, aber ihr Fahrwasser ist infiziert. PI ist ein Gottesgeschenk für Lobbyisten aller Art, die dort ungestört astroturfing und viral marketing im Namen einer falschen Freiheit betreiben können. PI und seine Leser werden jeden auf ihr Schild stellen, der oder die sich mit seinen beschränkten Interessen identifiziert oder seine Abneigungen teilt, ganz gleich ob deren anderen Belange komplett inakzeptabel sind oder sie sich gar nicht um PIs Jünger scheren. PI reflektiert nicht, PI passt die Erkenntnisse einem vordefinierten Weltbild an, nicht andersrum.

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21st Century Democracy, Pt. III

17. Februar 2011 Kommentare aus

Oder: Nebenkriegsschauplatz.

Man muss kein Doktor sein, um Verteidigungsminister zu werden. Es ist sogar eher die Ausnahme: Seine Hoheit von und zu Guttenberg ist meiner kurzen Recherche nach der erste Amtsinhaber, der seinen Doktor vor seiner Ernennung und nicht in der Form eines Ehrendoktorats danach erworben hat. Oder hat er das … meiner Meinung nach sollte man Kathegutt nicht nach der Legitimität seiner Doktorarbeit bewerten, einen Einfluss auf seine Karriere dürfte sie dank seines Überschuss an Vitamin B sowieso nicht gehabt haben, sondern eher nach der Verteidigungspolitik, die er betreibt.

Und obwohl mich in dieser Hinsicht nichts außer der Beendigung des ‘status quo’ 27 parallel zueinander existierender europäischer Armeen befriedigen wird, hab ich, zur Abwechslung mal, kein großes Problem mit ihr. Desweiteren, obwohl ich mich nicht im Aufstellen von Verschwörungstheorien üben will, kommt mir das Timing der Anschuldigungen doch sehr spanisch vor. Es kommt zur Zeit knüppeldick für Kathegutt, die Einschläge kommen näher, und ihre nahe zeitliche Abfolge ist zu perfekt choreographiert, um etwas anderes zu sein als Intrige.

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21st Century Democracy, Pt. II

21. Januar 2011 Kommentare aus

Schäuble macht im Bund bei 4% Wirtschaftswachstum binnen weniger Jahre cirka 300 Milliarden Schulden.

Wenn eine Landesregierung, unter anderem um die Garantien der Vorgängerregierung abzustottern, acht Milliarden Euro Schulden aufnehmen muss, ist das verfassungswidriges Misswirtschaften.

Alles klar, Herr Kommissar.

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21st Century Democracy

1. Dezember 2010 Kommentare aus

Hast du eine Catchphrase oder einen Running Gag? Denkst, sagst oder tust du etwas öfter als alles andere? Ich schon. “Die Implikationen einer Tat sind fast immer wichtiger als ihre direkten Konsequenzen.”
Klingt abgedroschen, ist es vielleicht auch, aber ich persönlich fahre damit ziemlich gut.

Man nehme zum Beispiel Stuttgart 21. Ich breche mein langes Schweigen bestimmt nicht, um meine Meinung kund zu tun, ob dieser verdammte Bahnhof nun gebaut werden sollte oder nicht. Ich bin kein sonderlicher Fan des Altbaus, aber der Neubau sieht stilistisch auch nicht gerade wertvoll aus.

Viel interessanter ist doch, an Stuttgart 21 zu sehen, was unsere gewählten Volksverräter mittlerweile für demokratisch halten: Wenn man eine Reihe ungewählter alter Männer so lange in einen Raum sperrt, bis ein besonders alter (und daher weiser) Mann (hab ich Recht?) allen Leuten außerhalb dieses Raumes erklärt, wer Recht hat und warum, aber zugleich sagt, dass niemand auf ihn hören muss.

Und natürlich muss die gesamte Republik anhalten wie ein ICE bei Minusgraden wenn dieser besonders alte und weise Mann, Heinrich „Heiner“ Geißle, eine waschechte CDU-Grande, sich für ein von der CDU auf Wunsch eines der größten Verbrechervereine in diesem Land, der deutschen Bahn, einem Musterbeispiel für die Kollusion von Staat und Privat, die die FDP statt Marktinterventionen bekämpfen sollte, durchgeboxtes Bauprojekt ausspricht.

Haltet die Pressen an!

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Don’t Panic

31. Mai 2010 Kommentare aus

Und dann trat Horst Köhler zurück. Eine Nachricht, die jeden überraschen aber niemanden interessieren sollte. Der Bundespräsident ist nämlich die Antithese zu Relevanz und Interesse – nicht als Mensch, sondern von Amts wegen. Denn genau das sind auch die Grenzen eines Einflusses auf Fragen von Bedeutung: Die Relevanz seiner Aussagen und das Interesse der Zuhörer, der heute viel herbeigeredeten “politischen Klasse”.

So liefert sein Rücktritt zwar eine schöne Abwechslung von dem nicht endenden Rummel um Stefan Raabs musikalische Totgeburt Lena Meyer-Landrut (siehe unten) und die durch andauerndes Verletzungspech zu Taten- und Erfolgslosigkeit verdammte Fußballnationalmannschaft, ist aber trotzdem nicht groß genug um das nicht existente Sommerloch zu stopfen, auch weil jeder, der aus dem Fenster in die stählernen Himmel über Deutschland guckt sieht, dass es nicht Sommer ist.

Wie so oft ist bei der Betrachtung eines Ereignisses weniger der tatsächliche Beschluss von Interesse als die Implikationen eben dessen. So kann es kein Zufall sein, dass Horst Köhler, ein Bundespräsident, der von Angela Merkel und Guido Westerwelle ins Amt gehievt wurde, genau in dem Moment das Handtuch wirft, wo deren Parteien den Untergang Rot-Grüns im Jahr 2005 ff. nachzustellen suchen.

Ob es dem sozialen Lager gelingt, den Moment zu ergreifen und die Selbstdemontage des bürgerlichen Lagers, deren jede These durch die fortwährende Finanzkrise widerlegt wurde für eine in Hamburg, Hessen und NRW bereits verschlafene geistig-politische Wende im Land zu nutzen, das wird man erst bei der Konstituierung des westfälischen Landtags und der Wahl zum neuen Bundespräsidenten sehen.

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Traumnovelle

31. Mai 2010 Kommentare aus

Arthur Schnitzlers Traumnovelle, ein Einblick in das Wien zwischen den Weltkriegen, wird getrübt von seinen literarischen Kinderkrankheiten. Der viel zu nah am Autor gehaltene Hauptcharakter gibt preis, welchen Geistes Kind die auf Sex reduzierten Liebeleien sind, von der einen er in die andere rutscht: Einem plumpen, selbst beweihräuchernden Wunschdenken. Dabei wird aus den sich aneinander reihenden Flirts niemals mehr als das: Eine kurze Verführung, bevor der Leser wieder dem wahnhaften Gedankengang des Doktors ausgesetzt ist.

Doch wäre das wahrscheinlich zu vergeben, wenn die häufigen Andeutungen, das Geschehen sei nur ein Traum, nicht wären. So fühlt man sich fortwährend dazu aufgerufen, das Werk mit Ignoranz zu strafen. Schnitzler selber kann dafür herzlich wenig: Als er die Traumnovelle schrieb, war der Traum noch weitgehend unerforscht und in der Literatur nicht mit dem “All Just A Dream”-Ende konnotiert. Heutzutage jedoch ist der Traum in Buch, Film und Fernsehen verpönt, wird als billig betrachtet. Zurecht. Doch somit dient die Traumnovelle als abschreckendes Beispiel.

Ebenso gilt, dass der Schnitzler nicht gut gealtert ist. Die Vor- und Darstellungen von Intimität im Interbellum mögen in der prüden Gesellschaft der Zwanziger des zwanzigsten Jahrhunderts skandalös gewesen sein, wenn sie auch den Nerv der Leser getroffen haben könnten, die sich noch nicht von den durch Kirche und Obrigkeitsstaat diktierten moralischen Zwängen der vergangenen Jahrhunderte frei machen konnten, sind im durch und durch sexualisierten Jahr 2010 jedoch nur eins: Peinlich.

Dabei ist das der Traumnovelle eigentlich zu Grunde liegende Thema heute genauso akut wie 1925/26: Der unglückliche Kompromiss zwischen Ehe und Verlangen. Das eine durch das andere quasi ausgeschlossen retten sich alle Beteiligten in fantastische Eskapaden, die letztendlich aber nur zur sexuellen Frustration führen.

Beim Leser auch.

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