Weeabooism – what & why of Fall ’08
Ich sollte endlich aufhören mich darum zu drücken, diesen Blogpost zu schreiben den ich B. versprochen habe und vorankommen. In diesem Post verrate ich, was ich mir von der Anime-Herbstsaison 2008 antue & spoilere Fate/Stay Night für jeden der es noch nicht gelesen hat.
Oder gesehen. Oder beides. Oder weder noch. Und damit gehts auch los.
Fate/Stay Night
Shirou Emiya ist ein stereotypischer Anime / Visual Novel-Hauptcharakter, und mit stereotypisch meine ich dass Nasu sich die schlimmsten Aspekte an ihnen aus einem großen Buch abschrieb und hübsch verpackte. Und ihn so auch noch irgendwie sympatisch machte. Eltern tot, Adoptivater tot, daraus resultierendes altruistisches und unmöglich zu erreichendes Ideal, Besitzer eines Harems, der sich jedoch kein Bisschen Mühe um ihn macht bis es für den Plot nötig wird, unwissender Besitzer eines mysteriösen Artefakts aus der Vergangenheit, unwissender Besitzer einer Fähigkeit die ihm den Plot gewinnen wird, et cetera, et cetera.
Was folgt ist eine zweistellige Zahl von Spieltagen in denen Kampfszenen, Slice-of-Life, fürchterlich blöde Fragen und Nasus fürchterliche H-Szenenskripts ‘mein linker linker Platz ist frei’ spielen, abgerundet durch ordentlichen Soundtrack und hübsche CGs. Nun klingt das, als wäre F/SN schlecht. Weit gefehlt. Wem das Genre und die Präsentationsweise gefällt ist sicherlich gut aufgehoben und kann sich locker 4-7 Tage damit beschäftigen. Nur machen es manche Teilnehmer am fünften Gralkrieg es ein wenig zu einfach, sie zur Zielscheibe für Spott und Hohn zu machen.
In der Reihenfolge in der Wikipedia sie angibt; Shirou ist ein Idiot, Saber ist 90% der Zeit zu steif, Rin muss aufhören tsundere zu sein, Archer ist Shirou aus der potenziellen Zukunft und ein Idiot, nur ein rachsüchtiger, Ilya ist zu süß gemessen daran wie sie konstant versucht hat mich umbringen, Berserker … na ja, Berserker, Sakura ist ZU gebrochen, Shinji ist neben seinem Großvater das größte Arschloch, Rider ist nicht oft genug auf meinem Bildschirm, Kotomine wurde mir nicht gut genug erklärt, ist aber ansonsten ziemlich awesome, Lancer ist nicht oft genug auf meinem Bildschirm, Taiga ist … nein, Taiga ist in Ordnung, Gilgamesh ist großartig, Soichiro hält sich gut für den Unwissenden, der von seinem Servant ironischerweise genutzt wird wie ein selbiger, ist aber eben das, Caster ist ziemlich klasse, ja, und die beiden Assassins sind viel zu rauchig und die Tatsache das True Assassin sich von Kotomine mit seinen Kirchenschwerten fertig machen lässt weil er sich zu sehr auf seinen Noble Phantasm verlässt hilft nicht dabei, ihn ernst zu nehmen.
Fate, die erste Storyline, dreht sich darum wie Shirou versucht mit dem Kopf durch die Wand, bzw. Sabers & Rins Kopf durch viele, viele Wände die Welt zu retten und es sogar hinkriegt. Leider geht ihm dabei Saber verloren. Aww. Unlimited Blade Works dreht sich darum wie Archer sein Vergangenheitsich Shirou vernichten möchte, aber das erfährt man erst sehr, sehr, spät, sodass man die ersten zwei Wochen lang denkt, man wollte nur den Bösewicht verschieben und so eine neue Storyline erschaffen, und Caster hat sich auch sehr gut als Antagonist geschlagen, bis sich herausgestellt hat, dass Archer eine rachsüchtige Schwuchtel ist. Heavens Feel hat den langsamsten Aufbau aller Routen und geht danach sehr, sehr schnell über ins Territorium konstanten Hirnficks. Allein die Erkenntnisse über Sakura hätten auf meinem Laptop (1680*1050) vier verdammte Zeilen in Notepad verschlungen. Fate ist der Einstieg, UBW ist die Vertiefung, und HF ist das große Buch in dem alles drin steht, dass alle Fragen die sich in den ersten beiden Routen gestellt haben, mit vernichtender Präzision beantwortet.
Chaos;Head
Aber genug von F/SN, gehen wir über zu einem anderen VN und zum ersten Teilnehmer an meiner Herbstsaison: Chaos;Head. Takumi Nishijo ist ein Hauptcharakter, und auch er hat div. ihm unbekannte Fähigkeiten, kein Wunder, das Genre ist Supernatural, aber hier enden die Parallelen. Für den Moment. Er verschanzt sich 90% der Zeit in einem Container auf einem beliebigen heruntergekommenen Gebäude irgendwo in Tokio-Shibuya, zockt MMORPGs, guckt Anime, stapelt Figurines, trinkt Cola und kümmert sich um nichts weiter als die Tatsache, dass er genug Credits anhäufen muss, um die Schule zu schaffen, und ist somit nicht nur IMMENS SYMPATISCH, sondern bietet sogar Spielraum für Identifikation.
Während Leute die ihren Zustand noch leugnen sagen, er jammert zuviel und tut zu wenig, hab ich mir gerne jede seine Hirnwindungen angeschaut, einfach weil es den Entwicklern gelungen ist, einen Hauptcharakter zu erschaffen, der ihrer Kundenschicht näher kommt als den Wunschvorstellungen der Kundenschicht. Allerdings nur so lange bis sich herausstellt dass sein komplettes Leben inklusive jüngerer Schwester nur eine in die Realität projizierte Delusion des wahren Takumi Nishijo ist, der aufgrund einer Krankheit die ihn wahnsinnig schnell altern lässt selbst nicht fähig ist, die Welt zu retten, und daher einen Strohmann braucht. So lange, bis sich herausstellt, dass die Welt vor “Noah 2″ geschützt werden muss, eine von einer multinationalen Pharmafirma mit Unterstützung der japanischen Regierung gebauten Maschine, die die fünf Sinne aller Menschen auf der Erde manipulieren soll, damit sie tun was der Antagonist will.
Zu diesem Zeitpunkt verlor ich den Faden. Chaos;Head wurde von manchen Anonymous’ als “Higurashi in Shibuya” bezeichnet, und verdammt ja, wäre es das gewesen, wäre es verdammt genial gewesen. Man nehme einen männlichen Hauptcharakter den nichts mit seinen Artgenossen verbindet, sechs liebenswerte weibliche Nebencharaktere mit großen Schneid- und Stechinstrumenten und fragwürdigen Hintergründen, eine gesunde Portion “was hiervon ist eigentlich real und was nicht”, einen Plot Twist alle 20m, und KABUMM, das ist meine Art von Entertainment. Nur sorgt dafür, dass keine Verschwörungstheorien den Kern des Plots darstellen. Das fand ich schon bei Higurashi irgendwie nervig, vorallem als in Kai die Privatarmee Takanos mit Warner Brothers-Methoden zurückgeschlagen wurde, die ganze Sache mit dem Hinamizawa Syndrome nur ein abartiger Plot war, um einen widerlichen Persönlichkeitskult um sie aufzubauen und so weiter, in diesem Sinne bleibt nur das Warten auf Rei, dass demnächst beginnen soll. DA es ein OVA ist sollten Bedenken wie zeichnerische Qualität keine Rolle spielen, ABER MAN WEIß NIE.
Man verstehe mich nicht falsch. Chaos;Head ist nicht schlecht. Im Gegenteil. Nur eben nicht ganz das, was ich erwartete habe, und nicht immer zu seinem Vorteil.
Gundam 00 S2
Wo wir schon bei Anime mit einer großen Portion ‘technobabble’ sind, die zweite Season von Gundam 00 ist gut. Das heißt, gut, solange man den hoffnungslosen Kampf einiger weniger Auserwählter und weniger Auserwählter gegen eine den ganzen Globus umspannende Diktatur als gut bezeichnet. Das einzige Problem was ich bisher habe ist die Existenz von gleich zwei Fraktionen die scheinbar komplett außerhalb der Kompetenz der Regierung sind, aber dennoch kombiniert genug Einfluss haben, um sie alleine zu stellen, und es sind vielleicht zusammen 12 Mann. Was auch immer das werden soll, ich weiß jetzt schon, ich werde es nicht mögen. Ansonsten verbiegen sich mir jedesmal die Zehen von Setsuna F Seiei seine ‘catchphrase’ “I AM GUNDAM” murmelt. Natürlich gibt er einen guten Kindersoldaten aus dem Nahen Osten ab der jetzt für den Ende allen Kampfes kämpft und nebenbei scheinbar eine romantische Beziehung mit der Staatschefin des verfeindeten Nachbarstaates einzufädeln scheint, aber er ist zu stoisch. Wieso kann er nicht wie Shinji (Eva) einfach mal irgendwann zusammenbrechen und sagen “sorry Jungs, hier gehts nicht weiter”? Selbst Tengen Toppa Gurren Lagann hatte als Super Mecha Anime seine Rückschläge fürs Lager der Guten, und am Ende war der Hauptcharakter der gottverdammte Herrscher des gesamten Kosmos mit entsprechend gigantischem Mechanoiden, wenn auch ohne Frauchen, also kann das kein Argument sein.
Tytania
Bleiben wir noch kurz im Weltall. Tytania ist ein Anime vom selben Macher wie die unter /a/-Veteranen als, nunja, legendär gehandelte “Legend of the Galactic Heroes”, eine Space Opera mit einer großzügigen Portion Preußen aus dem 19. Jahrhundert IM ALL, und lässt sich vermutlich auch genauso an. Wir haben ein allumspammendes Weltraumempire in Form der namensgebenden Familie die im galaktischen Reich die Fäden zieht und ein paar Rebellen die natürlich dagegen sind, und einen Idiot– Hauptcharakter, der unwissentlich mit beiden Füßen in den Konflikt hineintappt und bisher munter von Planet zu Planet gescheucht wird, in dem Versuch der Rebellen sie zu ihrem ‘poster boy’ zu machen und Tytanias Versuch, den scheinbar talentierten Admiral nicht auszuschalten sondern in ihre eigenen Reihen zu rekrutiereten. Und mehr kann man noch nicht sagen, denn Tytania lässt sich Zeit. Und selbst wenn der Anime schnell vorangehen würde – die Subs lassen sich mehr Zeit.
CLANNAD ~After Story
Und nun zu etwas komplett anderem; CLANNAD ~After Story~ sorgt für meine wöchentliche Portion Moe~ und Sunohara. Neben Sarkasmus Tomoya (c) und seinem Liebesdodekahedron waren die Nebencharaktere, deren Routen man im Endeffekt nur durchackern musste, damit Nagisa bei der Geburt von Tomoyas Tochter nicht VERRECKT, fast schon sympatischer als die Haremetten selber und sorgten bei mir für mehr Emo- und Reaktion als das falsche Drama um sagen wir mal, die beiden Zwillingsschwestern Kyou (tsundere) und Ryou (so schüchtern, es ist schon fast nicht mehr lustig). Nachdem Clannad so ziemlich alle Arten von -dere abarbeitete, die die Japaner in den letzten 20 Jahren in mühesamer Kleinarbeit, die Bedürfnisse der örtlichen Otaku optimal zu befriedigen, zusammenbastelten, fehlte ihm eine Art trotzdem noch. Yandere.
Wo. Wo? WO? WO?! An jeder Straßenecke lauert ein zur Zeugung von Nachkommen geeignetes weibliches Wesen, dass sich Tomoya mit einem Mindestmaß an Mühe willig an die Brust wirft, die perfekte Umgebung für Chaos, Blut und eifersuchtinduzierte Tragik Marke NICE BOAT aber Nein, nichts der Gleichen. Das höchste der Gefühle ist dass es Ryou einen Scheiß juckt, wenn Kyou unglücklich ist weil sie ihr Tomoya mit ihrer Hilfe vor der Nase wegschnappt, und Tomoyo zu Gewaltausbrüchen neigt, die aber immer nur an Sunohara auslässt, aber ansonsten nichts in die Richtung, obwohl man von Krebs bis zu mütterlichem Tod bei der Geburt doch so ziemlich alles andere ausprobiert, um auf die Tränendrüse zu drücken.
Und dann gibt es die, die es nicht geschafft haben.
Bonen no Xamdou erschien wie eine interessante SciFi-Story in einem zumindest halbwegs realistischen Umfeld. Das Storytelling jedoch war grausam, wenn man mich fragt, und obwohl ich mich konstant gefragt habe, was hier abgeht, hab ich diese Frage nach Episode 5 ohne besonderen Grund nicht weiterverfolgt.
Tales of the Abyss wollte ich gucken, aber irgendwie war die erste Episode gleich so unspektakulär, dass mir eine große Unterbrechung mittendrin aus anderen Gründen keine große Reue bereitete. Sayonara Zetsubou Sensei wird nochmal an dem Mangel an Untertiteln sterben. Ga-Rei Zero HATTE Potenzial bis Episode 4 versuchte die Zuschauer mit Yuri Fanservice zu ködern. IN EINEM SECHS EPISODEN LANGEM OVA. FUCKDAMN SHITCUNTS.
Das ist ebenso unnötig wie die große Menge an puren Romance-Comedys + Fanservice die auf den Markt geworfen werden. Am hervorstechendsten sind ToraDora!, dessen weiblicher Hauptcharakter eine flachbrüstige Tsundere mit Namen Taiga ist und Kannagi, dessen Untertitel meines Wissens auch “Crazy Shrine Maidens” war. Gemessen an der Popularität der Achselhöhlen von Touhous ureigener Shrine Maiden Reimu Hakurei — kein Interesse. Aber auch wirklich garkeins.






































